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      Einer der Höhepunkte der Kulturhauptstadt ist das Projekt "Ruhr-Atoll" in Essen.
      Fünf künstliche Inseln werden bis zum Herbst auf dem Baldeneysee zu erleben
      sein. Dabei kommen die Erbauer nicht unbedingt aus dem künstlerischen Be-
      reich. Es sind auch Naturwissenschaftler dabei. Initiator der Idee ist der Kon-
      zeptkünstler Norbert Bauer, der sieben Jahre an der Realisierung gearbeitet hat.

      Markant kommt er daher, der "Iceberg" vom Kölner Künstler Andreas Kaiser und
      dem Polarforscher Lars Kindermann. Er symbolisiert die Klimaproblematik. Gibt
      es sie wirklich oder wird sie uns nur medial aufgedrückt? Innen ist ein Container
      eingelassen, in dem verschiedene Naturgeräusche wie Wind, Donner, Regen
      oder Meeresrauschen zu hören sind. Sie verweisen auf regenerierbare Energie-
      ressourcen, die verfügbar sind. Auf die Grundbedürfnisse des Menschen in Asien
      und Europa weist das Teehaus "Frosch und Teemeister" von Kazuo Katase hin,
      ein Haus, Wasser und Nahrung. Ein solarbetriebener Schwerkrafttank versorgt
      zehn Gemüsebeete. Das Regenwasser fließt vom Dach in eine Schale, das Ur-
      bild für die Gegenwart des Menschen, und von dort aus wieder in den See. Das
      so genannte U-Boot von Andreas M. Kaufmann und Hans-Ulrich Reck trägt den
      Schriftzug "Ich kann, weil ich will, was ich muss". Es erinnert an die energie-
      politischen Konflikte in aller Welt. Der Schriftzug ist ausgefüllt mit Diapositiven
      aus diversen Nachrichtensendungen. Von innen hat man den Eindruck eines
      Kirchenraums. Es ist 18 m lang und 6,5 m hoch. Ilya und Emilias Kabakovs
      "Projekt zur Erhaltung der natürlichen Ressourcen" ist die vierte Insel im See.
      Sie ist ein Stück der russischen Heimat der Künstler. Zusammengebaut aus
      Schrottteilen pumpt sie geräuschintensiv das Wasser von links nach rechts. Vor
      dem Stau-Bollwerk, einem Energielieferanten, befindet sich der "Rettungsring"
      von C.U. Frank auf einer natürlichen Insel. Er stellt den Störfaktor Bollwerk
      der Insel (der Mensch) gegenüber. Es wird erst im Juni 2010 fertig gestellt sein.

      Um die vier Inseln auf dem See aus der Nähe zu betrachten stehen Tretboote
      zur Verfügung. Allerdings sind nur das U-Boot und der Iceberg auch zu betreten.
      Die jeweilige Zahl der Besucher ist auf den Inseln begrenzt. Es wird deswegen
      angeraten, sich Tretboote im Voraus zu reservieren (Tel. 01805 152010,
      14 ct/Min.).

      In der Nähe, an der Werdener Ruhrtalstraße, befindet sich die Atoll-Halle. Hier
      werden alle 20 weiteren Atoll-Entwürfe ausgestellt, die nicht realisiert wurden.

      Datum: 12. Mai 2010 bis Oktober 2010

      www.ruhr-atoll.de