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      Mit der Ausstellung "Bernd und Hilla Becher - Bergwerke und Hütten" präsentiert
      das Josef Albers Museum im Quadrat Bottrop sehenswert industrielle Relikte
      mitsamt ihrer urbanen Landschaften. Typische Industrieanlagen bestimmter-
      Regionen werden im Kontext ihres Umfelds gezeigt. Das Umland lässt dabei
      auf die Lebensumstände schließen. Die Energie der Industrielandschaften, ver-
      bunden mit künstlerischen Fotos, hält die Erinnerungen an die jeweiligen Regi-
      onen wach. Zu sehen sind 105 Fotos, auf denen Dreck und Lärm nicht zu erken-
      nen sind. Der Schwerpunkt sind Anlagen im Ruhrgebiet.

      Nicht nur ein direkter, industrieller Bezug zur Region, sondern auch Vergleiche
      zu Anlagen in Süd-Wales, USA, Frankreich und Benelux sind ausgestellt. Dabei
      ist spezifische Architektur der Zweckgebäude sehr individuell. Manchmal sind
      es riesige Kolosse, ein anderes Mal erscheinen sie wieder liebvoll verziert. Zeit-
      liche Differenzen zwischen den Baujahren sind deutlich sichtbar. Oft hatten die
      Künstler Schwierigkeiten auf das Werksgelände zu kommen. Manchmal foto-
      grafierten sie nur den Förderturm, selten aber mal die ganze Anlage, wie z.B.
      auf der Zeche Hannover in Bochum. Geologische Zwänge ermöglichten ihnen
      Fotos aus erhöhter Position. Die Größe der Anlage ließ oft auf die Fördertiefe
      schließen. Technische Details vom Betreiber bekamen sie selten.

      Geprägt wurde die Motivsuche durch Kindheitseindrücke Bernd Bechers im
      Siegerland. Hilla Becher, ursprünglich aus Potsdam stammend, begeisterte sich
      recht schnell ebenfalls für ähnliche Motive, wobei sie die künstlerischen Grenzen
      etwas weiter zieht. Heute ist sie, geb. 1934, noch aktiv. Sie waren ständig um
      den Denkmalschutz bemüht, doch man kann ihrer Meinung nach nicht alle An-
      lagen erhalten. Heute ist von vielen Anlagen oft nichts mehr übrig, nicht einmal
      für Archäologen. Meistens stehen heute nur noch die Ziegelgebäude, während
      Stahlteile wieder eingeschmolzen wurden. Beide legten großen Wert auf die
      Ästhetik der Fotos. Zu starke Sonne wurde vermieden. Die Bechers haben Fotos
      ursprünglich nur für sich gemacht. Der kommerzielle Erfolg kam erst sehr spät,
      zuerst in den USA, wo man toleranter gegenüber neuen Fotokunstformen war.
      Ihre Aufnahmen wirken präzise und neutral und keinesfalls sentimental oder
      romantisch.

      Ein begleitender Katalog (Verlag Schirmer/Mosel, ISBN 978-3-8296-0467-3,
      156 Seiten, 150 Fotos) ist zum Preis von 36,- EUR im Museum erhältlich.

      Laufzeit: 7. Februar bis 2. Mai 2010

      www.quadrat-bottrop.de