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      Eine Führung über die Zeche Zollverein war schon bisher interessant und lehr-
      reich. Ehemalige Kumpel führen seit 1988 über ihre Zeche und erklären den
      Arbeitsgang der Kohleförderung und -verarbeitung. Jetzt wird es für Besucher
      noch anschaulicher, den "Weg der Kohle" nachzuvollziehen. Seit Dezember
      2009 werden Rundgänge entlang des neuen Denkmalpfades angeboten.

      Treffpunkt ist das große, interaktive Modell im Besucherzentrum Ruhr. Was ist
      Zollverein? Hier werden die einzelnen Gebäude, ihre historische und aktuelle
      Nutzung mit Film- und Fotoprojektionen auf der transluzenten Oberfläche vor-
      gestellt. Auf dem Dach der Kohlenwäsche können sich die Gäste dann selbst
      einen Überblick verschaffen. Weit geht der Blick über die Stadtgrenze Essens.
      Wieder in der Kohlenwäsche werden nun die einzelnen Arbeitsgänge von der
      Förderung bis zum Endprodukt erklärt. Die Maschinen und Arbeitsstationen sind
      multimedial bespielt. Mit Hilfe von Projektionen werden Funktionen der Masch-
      inen bildhaft erklärt und auch der Lärmpegel wird, wenn auch gedämpft, erlebbar.
      Siebtrommel, Windsichter, Becherwerke, alle Arbeitsprozesse werden darge-
      stellt. Maschinen liefen im Doppel, um möglichen Produktionsausfall zu vermei-
      den. 1932 wurde bereits eine tägliche Förderung von 15.000 Tonnen, das war
      Weltrekord, erreicht. Dabei fielen täglich 1250 t Staub an, die wieder der Pro-
      duktion zufielen. Über die längste freistehende, orangenfarbige Rolltreppe ge-
      langen die Gäste auf das Außengelände. Nur ein paar Schritte, im ehemaligen
      Bunker zeugen Fotos, Modelle und ein Film aus 50iger Jahren von der schweren
      körperlichen Arbeit unter Tage. Mücke, das letzte Grubenpferd, wird vorgestellt.
      Was es mit dem Mutterklötzchen auf sich hat und welche Arbeit der Kübelmajor
      zu verrichten hatte, wird ebenso erklärt, wie das schwere Handwerkszeug. Die
      Arbeit über Tage war genauso anstrengend, wie ehemalige Arbeiter in Interviews
      eindrucksvoll berichten können.

      Der zweistündige Rundgang ist sehr zu empfehlen. Ob Fachmann oder Laie, der
      Denkmalpfad Zollverein ist ein Erlebnis für jeden Besucher. Fragen werden gerne
      von den geschulten Gästeführern beantwortet.

      Datum: 11. Dezember 2009

      www.zollverein.de