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      Der Musical-Welterfolg "Elisabeth" von Michael Kunze und Sylvester Levay
      feiert sein 20jähriges Bühnenjubiläum mit einer Deutschland-Tournee. Station ist
      auch das Colosseum Theater Essen. Das Publikum wird mit einer glanzvollen
      Inszenierung verwöhnt.

      Die Uraufführung von "Elisabeth" fand 1992 in Wien statt. Die Jubiläumsproduk-
      tion ist ganz im Stil der Wiener Originalinszenierung gehalten. Nach dem Ent
      wurf des weltweit tätigen Bühnenbildners Hans Schavernoch ist das Bühnenbild
      opernhaft opulent gestaltet. Auf drehbarer Bühne mit beweglicher Brücke agiert
      das Ensemble vor atmosphärisch starken Bildern. Die raffiniert gesteuerte
      Videowand macht es möglich, dass passend zu den Aktionen immer stim-
      mungsvolle Hintergrundbilder erscheinen. Es gibt sogar historische Filmeinspie-
      lungen, die die Zuschauer als Zeitzeugen an damaligen Geschehnissen teil-
      nehmen lassen. Schwergewichtige Requisiten, perfekt gesteuerte Lichttechnik,
      prachtvolle und aufwändige Kostüme und so mach technische Raffinesse sor
      gen für spektakuläre Bilder. Lebhafte und ruhige Szenen im Wechsel treiben die
      Handlung voran.

      Es beginnt mit dem Ende. Eine Finesse der Dramaturgie. In Rückblenden wird
      das tragische Leben der schönen Elisabeth erzählt. Sissi als unbändiges
      Naturkind, in das sich Kaiser Franz Joseph verliebt. Als unglückliche Kaiserin
      am Hofe, wie eingesperrt im goldenen Käfig, ihren Kindern entzogen, der über-
      mächtigen Schwiegermutter Erzherzogin Sophie ausgeliefert. Eindrucksvoll wird
      erzählt, wie Sissi sich den Zwängen und der Etikette am Hofe zu widersetzen
      sucht, sich stark macht für eigene Belange, sich emanzipiert. Geschildert wird
      ihr politisches wie auch soziales Engagement, aber auch ihr Scheitern, wenn es
      um Gefühl und Liebe geht. Politische Veränderungen, wir der drohende Unter-
      gang der Monarchie, Revolution und aufziehender Nationalismus werden nichtbr>       ausgespart.

      Schicksalsträchtig sind die Bilder. Von Anfang an ist der Tod Elisabeths ständi-
      ger Begleiter. Ihm scheint ihre Liebe zu gehören. Todesengel umschwirren sie.
      Das gesamte Ensemble agiert gesanglich wie schauspielerisch auf höchstem
      Niveau. Annemieke van Dam ist für die Rolle der Elisabeth wie geschaffen. Die
      Musik reicht von Gänsehaut-Balladen wie "Ich gehör´ nur mir" bis zu Rock und
      Pop. Perfektes Timing, großartige Leistung auf der Bühne wie im Orchester-
      graben. Es passt alles. Das Publikum honorierte Gesang, Schauspiel und
      Bühnenkunst mit Bravorufen und stehenden Ovationen. Bravo! Ein wundervoller
      Abend. Sehr zu empfehlen!

      Laufzeit: 8. Februar bis 4. März 2012

      www.elisabeth-das-musical.com