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      Seit Jahrzehnten gilt die Emscher als die Kloake des Ruhrgebiets. Alle erdenk-
      lichen Abwässer hat sie verkraften müssen. Seit 1992 besagt eine europäische
      Richtlinie, dass Fließgewässer, wie die Emscher, naturnah gestaltet sein müs-
      sen. Eine Umgestaltung des kanalisierten Flusses im Bereich der Emscherinsel
      zwischen Oberhausen und Castrop-Rauxel wurde notwendig.

      Nun ist die Klärtechnik so weit entwickelt, dass bis 2020 ein deutlicher Anstieg
      der Wasserqualität zu verzeichnen sein wird. Eine Exkursion der Emscherge-
      nossenschft und der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen führte an historische
      Orte im Emschertal.

      In Oberhausen wird sich die Emscher einen neuen Verlauf durch den angren-
      zenden Grafenwald suchen dürfen. Die Uferbefestigungen werden dazu an zwei
      Stellen eingerissen. Der zweite Ort der Tour war die 1996 stillgelegte Kläranlage
      Bottrop-Ebel an der Bernemündung. Die Anfang der 1950er Jahre erbaute An-
      lage steht unter Denkmalschutz. Sie soll bis 2010 öffentlich gemacht werden.
      Gastronomie, ein Amphitheater, eine Ruheinsel und ein Raum für Kunst sollen
      entstehen.

      Ebenfalls öffentlich zugängig gemacht werden soll die stillgelegte Kläranlage
      Herne. Sie ist in den 1920er Jahre erbaut worden und beherbergt noch recht-
      eckige Klärbecken. Im Faulturm soll ein Klangraum entstehen, der für Veran-
      staltungen zu mieten sein wird. Eine Promenade wird das Gelände mit dem
      Stadthafen und dem Umspannwerk Recklinghausen verbinden.

      Der letzte Punkt der Tour war der alte Emscherdüker von 1927 in Castrop-
      Rauxel. Hier fließt die Emscher unter dem Rhein-Herne-Kanal hindurch. Der
      Düker wird nun 120 m versetzt und durch einen neuen ersetzt, welcher auf dem
      Trockendock entsteht und anschließend unter den Kanal geschoben wird. Wei-
      terhin entstehen hier auf drei Ebenen ein Glasdeckel auf der alten Emscher, ein
      Strandbad und eine neue Brücke als Eingang zum Emschertal.

      Datum: 24. Juli 2008

      www.emschergenossenschaft.de