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Seit ungefähr 200 Jahren befindet sich die Ruhr-Region in einem stetigen Wan- del. Jedoch nicht nur die Industriekultur prägte das Bild, auch die Gartenkultur nahm eine beachtenswerte Entwicklung. Die Ausstellung "Zwischen Kappes und Zypressen - Gartenkultur an Emscher und Ruhr" in der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen zeigt die Veränderungen vom Barock, über die Gründerzeit bis hin zur Reformbewegung. Einst waren es im Barock Vermesser, die für die Gartenarchitektur verantwort- lich zeichneten. Exakte Achsen, Wege und Beete prägten diese Gärten, die Adeligen zum Flanieren zwischen den Zypressen dienten. Entsprechend hoch- herrschaftlich waren auch die dazugehörigen Wohngegebenheiten. Schloss Borbeck in Essen oder der Hertener Schlosspark waren hierfür ein gute Bei- spiele. In der Gründerzeit gab es einige Industrielle an der Ruhr, die auch der Bevölkerung die Gartenkultur zugänglich machten. Sie ließen erstmals im süd- lichen Ruhrgebiet für die Öffentlichkeit erste Gärten und Parks anlegen. Dabei ist auch die Familie Krupp zu erwähnen. Botanische Besonderheiten wurden gepflanzt und die Gesundheit gefördert. Um 1900 wurden öffentliche Grünanla- gen immer populärer. Auch die Arbeiterschaft vergnügte sich in der Sommer- frische. Landschaftsarchitekten lösten die Vermesser ab. Sie schufen Spiel- plätze und andere Freizeitaktivitäten in den Parks, wie Kahnpartien oder Reit- bahnen. Gartenschau-Ausstellungen lockten viele Besucher. Die Gärten dienten immer mehr auch als privater Nutzgarten für Kappes und anderes Gemüse. Besondere Exponate der Ausstellung sind u. a. eine Vase von Schinkel, der Gartenzwerg eines Bergmanns, historische Pflanzenbücher und das 2 x 4 m große Modell des Emschertals mit der Projektion von historischen Karten. Ein zentrales Objekt ist das Schloss Oberhausen und seine Geschichte, um- geben vom Kaisergarten. Er war ursprünglich gar nicht zum Schloss zugehörig. Der Schlossgarten befand sich auf der Seite, wo heute die Straße entlang führt. Der Kaisergarten wurde aus Anlass des 100. Geburtstags von Kaiser Wilhelm l. 1898 im landschaftlichen Stil gestaltet. Zuvor befand sich hier der ehemalige Lauf der Emscher auf sumpfigen Boden. Es wird die aktuelle Umgestaltung des Kaisergartens im Rahmen des Emscherumbaus vorgestellt. Ende Mai wird die neue "Swinging Bridge" über den Rhein-Herne-Kanal eingeweiht. Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Emschergenossenschaft statt, inklusive eines interessanten Rahmenprogramms. Über 140 Exponate geben einen Überblick über die Gartenkunstgeschichte an Emscher und Ruhr. Ein Katalog (Klartext-Verlag) wird im Museum zum Preis von 29,95 EUR erhältlich sein (in Vorbereitung). Alternativ ist eine interessante Broschüre für 3,- EUR zu erwerben. Laufzeit: 21. Februar bis 24. Mai 2010 www.ludwiggalerie.de |
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