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Es ist Weihnachten und der beliebte Ruhrpott-Kabarettist Frank Goosen aus Bochum bekommt seinen alljährlichen „Krippenblues“. Mit seinen ganz eigenen Weihnachtsgeschichten gastierte er nun zum humoristischen Jahresabschluss vor ausverkauftem Haus auf der Zeche Zollverein. Weihnachten war schon in Goosens Jugend oft skurril. Man traf sich immer bei „Omma“. Nur sie schaffte es 48 Töpfe auf 8 Herdplatten zu überschauen, wenn unterbelichtete Tanten und nervige Onkel sich über „Rollladen“ und „Gratäng“ hermachten. Später dann brauchte er Geld und machte so manchen Weih- nachtsjob, z.B. als überforderter Parkplatzwächter. Sein Alptraum wäre es jedoch gewesen, als Weihnachtsmann im Supermarkt sich von kleinen Rötz löffeln die Kohle wegnehmen zu lassen, um dann Heiligabend ohne Schlüssel vor der verschlossenen Haustür zu stehen, ohne Geld. Da hilft auch keine gespendete Mark im letzten gelben Telefonhäuschen. Heute hat Frank Goosen selbst eine Familie. Mit dem Nachwuchs muss er hin und wieder in die Kirche. Statt wie früher auf Latein zu predigen, tanzt der Pafffe Weihnachten singend und bunt bekleidet am Keyboard. Die „Omma“ mit dem toten Fuchs um den Hals hört brav zu. Wie sieht wohl ein Fuchs mit einer toten „Omma“ um den Hals aus? Die 88 Jahre alte Dame kennt Totensonntag auf den „Fridhoff“ jedenfalls mehr alte Bekannte als sonst wo. Auch auf den wenig anheimelnden Weihnachtsmärkten fühlt Goosen sich pudelwohl, weil er dort immer gute Themen findet. Ein Paar mit Partnerlook, wo er sie Mutti nennt, das hat garantiert keine Sex mehr. Dort wundert er sich auch über Glaubensgemeinschaften diverser Religionen und Sekten. Gutes Boden- personal zu finden ist gar nicht so leicht. Das gilt auch für Babys, die Weihnach- ten geboren werden. Die kleine Mandy Melody Kwiatkowski ist schon mit dem ersten Schrei für ihr Leben gestraft. Später wird sie vielleicht mit doppeltem Pferdearsch auf dem Gaul die St. Martina in der Vorweihnachtszeit geben. Es gibt immer wieder dumme Zicken, die ihre Gene unnötig vervielfältigen. Es war ein höchst humorvoller Abend im typischen Slang der Region. Wer hier nicht gelacht hat, dem war wirklich nicht zu helfen. Frank Goosen war in Hoch- form, ob frei vortragend oder lesend aus seinen Büchern. Den realen Weih- nachtsirrsinn kann man auch so betrachten, besonders wenn ein Meister des Wortes es so gut rüber bringt. Anschließend wünschte er allen Zuhörern im Saal fette Beute unterm Tannenbaum und seinem VfL Bochum einen Sieg über Fortuna Düsseldorf. Frohe Weihnachten! Datum: 7. Dezember 2011 www.zollverein.de www.frankgoosen.de |
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