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Um ein unterhaltsames Musical anzuschauen, muss man nicht zwangsläufig in die Metropolen des Landes fahren. Gleich um die Ecke, an der Stadtgrenze von Oberhausen und Duisburg, findet man in den historischen Räumlichkeiten der einstigen Zeche Concordia das Schilda Theater an der Niebuhrg. Das mit viel Engagement privat betriebene Schilda Theater hat sich vorwiegend auf das deutschsprachige Musiktheater spezialisiert. "Glücklich verstorben" heißt die neueste Inszenierung von Holger Hagemeyer und Thomas Schiffmann. Eine rabenschwarze Komödie, makaber, gruselig, frech und ein wenig frivol, kurzum die beste Therapie gegen seelische Verstim- mungen und drohenden November Blues. Bevor sich der Vorhang hebt, können bereits die Requisiten vom Zuschauer in Augenschein genommen werden. Das Bestattungsinstitut "Glück" ist ein Familienunternehmen, in dem Onkel Max als Chef aber so seine eigenen Vorstellungen von Trauerarbeit hat. Wie sonst könn- ten Särge die Aufschrift "Endlich Ruhe" oder "Resturlaub" tragen. Die Urnen sind ebenso unkonventionell beschriftet mit: "Mach et jot" oder "Vatta sein Platz". Onkel Max im schrillen Hawaiihemd agierend, hat sogar einen blauen, pardon: tropical ocean blue, Sarg entworfen. Als er dennoch zum Bestatter des Jahres gewählt wird, verhindert sein plötzlicher Tod die Scheckübergabe von 50.000 €, die mit dem Ehrenpreis verbunden ist. So fassen Onkel Boris, Nichte Carrie und ihr Verlobter Michael den Plan: Onkel Max muss nach seinem Tode weiterleben…! Das Publikum wird nun Zeuge einer verwirrenden und spannenden Geschichte. Das gesamte Ensemble agiert gekonnt mit viel Spielfreude. Die Songs sind peppig, temporeich, zuweilen romantisch, ganz wie es die Szene verlangt. Alexander Palm, auch in einer Doppelrolle zu sehen, hat zu bekannten Rock- und Popsongs die Liedtexte verfasst. Da gibt es verdienten Szenenapp- laus! Lichteffekte, Nebelschwaden, gruselige Friedhofszenen, überraschende Wendungen führen zu einem skurilen Ende…Großer Applaus! Ein musikalisch- es Lustspiel, kurzweilig und zu zivilen Preisen. Der Service im Cafe unterhalb des Theatersaales ist zudem sehr freundlich. Ab dem 20. November setzt das Theater sein Programm mit dem Stück "Was Sie schon immer über Weihnachten wissen wollten" fort. Laufzeit: 23. Oktober bis 15. November 2009 www.niebuhrg.de |
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