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      Mit der Ausstellung "Weltsichten. Landschaft in der Kunst seit dem 17. Jahr-
      hundert" präsentiert die Stiftung Situation Kunst in Bochum-Weitmar in ihrem
      neuen kubischen Erweiterungsbau erstmals eine Sonderausstellung. Insgesamt
      werden 160 Kunstwerke gezeigt.

      Der Blick auf die Welt ist individuell. Betrachtet man dabei die künstlerischen
      Landschaftsdarstellungen, so erkennt man die differenzierten Reflexionen. Die
      Ausstellung beginnt im 17. Jahrhundert mit dem ältesten Bild der Schau, ein
      Werk von Sebastian Vrancx. Dieser Teil ist geprägt von niederländischen Malern,
      darunter Aebert Cuyp, Joos de Momper, Philips Wouwerman oder Jacob van
      Ruisdael. Bei ihnen stehen keine Mitglieder des Klerus oder des Adels mehr im
      Vordergrund. Die Landschaft wird relativ real oder in der Zusammenstellung un-
      realistisch verträumt wiedergegeben. So manche Bildteile, die man vielleicht aus
      Erzählungen kannte, werden einfach in Landschaften impliziert. Man legt noch
      Wert auf kleine, gut erkennbare Details, wie Tiere, Segelschiffe oder Felszeich-
      nungen. Hinzu kommt, dass damals das Individuum des Künstlers nicht so sehr
      ausgeprägt war. Man ließ auch gerne mal einen Malerkollegen an sein eigenes
      Bild, weil dieser z.B. viel besser Bäume oder Wellen malen konnte. Man half
      sich aus. Im 18. und 19. Jahrhundert sind bereits Brüche und Wandlungen zu
      erkennen. Adelssitze und Kirchen sind eher klein im Hintergrund zu finden. Die
      Details sind noch zu erkennen, verwischen aber mehr und mehr.

      Die Werke des 20. Jahrhunderts sind oft geprägt durch angedeutete Umweltpro-
      bleme oder kriegerische Handlungen. Adolf Erbslöh stellt z.B. einen zerschoss-
      enen Wald in Verdun dar. Er hat den Krieg als Kriegsmaler dort leibhaftig erlebt.
      Ob Cézanne oder Jawlensky, es wurde abstrakter. Nach dem Zweiten Weltkrieg
      wurde es modern. Roy Lichtenstein entwarf seine "Landscapes" und Liam Han-
      ley malte die Landschaft sichtbar im Autospiegel. Nicole Heinzel ist Beispiel für
      die jüngsten Werke der Ausstellung. Sie hat mit sich eng kreuzenden Linien ein
      Werk geschaffen, das aus der Entfernung Wellen erkennen lässt.

      Ein begleitender Katalog (360 S., 180 Abb.) ist zum Preis von 30,- EUR im
      Museum erhältlich.

      Laufzeit: 8. Mai bis 29. August 2010 (Malerei), 4. September bis 21. November
      2010 (Fotografie, Objekt, Video)

      www.situation-kunst.de
      Infos und Fotos zum Museum Situation Kunst