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Kaum ein Ort im Ruhrgebiet eignet sich vermutlich besser, die bekanntesten Meisterwerke der klassischen Musik einem breiten Publikum zu präsentieren. Auf der Kokereibühne Zollverein lauschten 1250 begeisterte Zuhörer (ausverkauft) den Klängen, die weltbekannt sind. Die "Musiknacht Zollverein", Teil der Zoll- verein Konzertreihe, übertraf alle Erwartungen. Dabei bot die Bühne, auf der bereits die Kulturhauptstadt im Januar eröffnet wurde, einen sehr gelungenen Rahmen. Vor der illuminierten Koksbatterie lieferten die Musiker und Chöre ein wahres Feuerwerk ab. Zunächst stand Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) auf dem Programm. Das Universitätsorchester Duisburg-Essen mit seinen 80 Streichern und Bläsern, unter der Leitung von Leo Schmidt, nahm die Zuhörer mit auf eine Reise an die Orte, die Mendelssohn Bartholdy besuchte. Auch in Essen-Werden soll er sich für die "liebliche Landschaft" entzückt geäußert haben. Zusätzlich mit der Unter- stützung des Universitätschores Essen, des Philharmonischen Chors Essen und des Chors des Theodor-Heuss-Gymnasiums Hagen widmeten sich die Beteiligten unter der Leitung von Hermann Kruse dann Bedrich Smetana (1824- 1884) mit dem Eingangschor aus der "Verkauften Braut. Der Reigen an bekann- ten Klängen setzte sich mit Wagners Brautchor aus "Lohengrin" und dem Matrosenchor aus "Der fliegende Holländer" fort. Den ersten Teil beendeten italienische Klänge. Giuseppe Verdis (1813-1901) Zigeunerchor aus "Il Trova- tore", der Gefangenenchor aus "Nabucco" und final der Triumphmarsch aus "Aida" sorgte für ein grandioses Klangensemble mit Orchester und über 150 Stimmen in einer lauen Sommernacht unter freiem Himmel. Den zweiten Teil des Abends übernahm die Junge Philharmonie Salzburg, alles aktuelle oder ehemalige Studenten des Mozarteums, gemeinsam mit den oben erwähnten Chören. Unter der Leitung ihrer Gründerin Elisabeth Fuchs stand die neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven auf dem Programm. Zusätzlich sorg- ten Nathalie de Montmollin (Sopran), Uta Grunewald (Mezzosopran), Xavier Moreno (Tenor) und Armin Kolarczyk (Bass) als Solisten für die besondere musi- kalische Note. Alle zusammen ließen mit der "Ode an die Freude" einen sensa- tionellen Klangkörper entstehen, den das Welterbe Zollverein so wahrscheinlich noch nicht gehört hat. Gänsehaut! Minutenlange, stehende Ovationen des Publi- kums waren der verdiente Dank für dieses dreistündige, grandiose Spektakel vor einer Kulisse, die typisch für diese Region ist und dennoch einzigartig schön wirkte. Datum: 24. und 25. Juni 2010 www.zollverein.de |
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