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Das erste große Verbreitungsmedium der Fotografie um 1900 waren hohe Auf- lagen von Postkarten, die es in den Städten zu kaufen gab. Viele kleine Foto- ateliers siedelten sich an. Die Ausstellung "Frankierte Fantastereien - Das Spielerische der Fotografie im Medium der Postkarte" im Museum Folkwang zeigt 500 sehenswerte Exemplare aus der Hochzeit dieses Mediums. Alleine zwischen 1905 und 1906 wurden in Frankreich 600 Mio. Postkarten produziert. Die Poststellen waren recht bald überlastet. Beliebte Motive waren Fantasiemotive. Oft wurde eine reale Fotografie durch chemische Prozesse, Retusche oder Montage im Labor so sehr verfremdet, dass sie die Leute zum Lachen brachte. Verfremdete Motive wirkten humorvoll, erotisch, imaginär oder künstlerisch. Selbst Fotoamateure versuchten sich eifrig an Kleinstauflagen. Ihre Werke sind heute besonders interessant und wertvoll. Um 1920 entdeckten dann die Avantgardisten die Postkarte als Mittel, ihre Kunst im Miniaturformat einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Dali, Man Ray, Magritte, Miró oder Picasso sind nur einige Künstler, die sich dieses Me- diums bedienten. Teilweise dienten sie als grafische Vorbilder für unbekannte Fotokünstler. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Postkarte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Das Museum Folkwang in Essen ist die einzige Station der Ausstellung in Deutschland. Eine interessante Publikation zur Ausstellung (Steidl Verlag, 216 Seiten, 350 Farbreproduktionen, ISBN 978-3-86521-653-3) ist zum Preis von 35,- EUR im Museum erhältlich. Laufzeit: 19. Juli bis 21. September 2008 www.museum-folkwang.de |
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