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      Das Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg und die Kunsthalle Düsseldorf
      präsentieren eine retrospektiv angelegte Werkschau, die bisher in dieser kom-
      plexen Größe noch nie zu sehen war. Anlass für die Ausstellung in Duisburg
      ist die im Jahre 2006 erfolgte Verleihung des Wilhelm Lehmbruck-Preises an
      den Künstler. Da die Kunsthalle Düsseldorf ebenfalls eine Ruthenbeck-Aus-
      stellung plante, war somit eine Kooperation beider Häuser mehr als schlüssig.

      Reiner Ruthenbeck zählt zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern seiner
      Generation. Zunächst als freier Fotograf tätig, studierte er von 1962-1968 an
      der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Mehrfach nahm er an der
      documenta Kassel und an der Biennale Venedig teil. Von 1980 - 2000 war er
      Professor an der Kunstakademie Münster. Während des Studiums fand er zu
      seiner speziellen Ausdrucksweise, die aus dem Surrealismus und vor allem
      aus der Minimal- und Concept-Art resultiert. Ruthenbeck verarbeitet Alltags-
      materialien wie Stoff, Metallstäbe, Asche, Papier, Kissen und Möbel zu Ob-
      jekten und Rauminstallationen. Er spielt mit Polaritäten wie Schwere und
      Leichtigkeit, Transparenz und Masse, Balance und Ungleichgewicht. Objekte
      des alltäglichen Lebens werden ihrer Funktionalität enthoben (Tisch auf Stahl-
      stäben). Auch beschäftigt er sich mit Materialschichtung und -durchdringung,
      so bei den aus Schlacke aufgeschütteten "Aschehaufen I-V". Seine Formen-
      sprache ist anspielungsreich, von feiner Ironie und humorvoller Leichtigkeit,
      gepaart mit Ernst und Strenge.

      Die Ausstellung im Lehmbruck Museum zeigt Objekte, Installationen und Foto-
      grafien aus den 60iger Jahren, ergänzt durch Skizzen und Fotografien aus dem
      Besitz des Künstlers. Die Kunsthalle Düsseldorf zeigt große raumbezogene
      Arbeiten, wie das "Nasse Tuch" oder "Kissen". Kinetische Objekte ergänzen
      die konzeptuelle Werkgruppe. Ein Ausstellungskatalog erscheint im November.

      Laufzeit: 12. Oktober 2008 bis 11. Januar 2009

      www.lehmbruckmuseum.de
      www.kunsthalle-duesseldorf.de