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      Es ist eine kleine, dafür aber mit vielen Überraschungen gespickte Ausstellung,
      die im Kleinen Schloss der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen zu sehen ist.
      Knapp formuliert: "Die Sammlung O." Der Kunstbesitz der Stadt Oberhausen.
      Angeregt durch den Zusammenschluss von 20 RuhrKunstMuseen im Kultur-
      hauptstadtjahr 2010, bietet auch die Galerie Ludwig Einblicke in den eigenen
      Bestand. Es sind 68 ausgewählte Stücke einer seit 20 Jahren eingelagerten
      Sammlung. Die Exponate sind nicht chronologisch oder einer Stilrichtung zu-
      geordnet. Es ist ein vielfältiger Mix aus Malerei, Skulptur, Grafik und Kunsthand-
      werk. Hochwertiges trifft auf Kurioses und Wunderliches. So ist diese unge-
      wöhnliche und auf eigenwillige Art in Szene gesetzte Schau auch Beispiel für
      die Sammlungsgeschichte und Sammlungsmöglichkeit im Ruhrgebiet.

      Bereits 1947 begann die Stadt Oberhausen eine Kunstsammlung aufzubauen.
      Als erste Galerie im Revier nach dem zweiten Weltkrieg wurde vorwiegend
      Nachkriegskunst angekauft. Gerhard Richters "Mutter und Tochter" (1965) ist
      dabei sicherlich das bekannteste Werk, das auch am häufigsten an andere
      Museen ausgeliehen wird. Zwei Schenkungen aus Privatbesitz bereichern den
      Bestand auf vielfältige und auch auf kuriose Art. Postinspektor Kasimir Hagen
      (1887-1965) aus Köln frönte seiner Sammelleidenschaft mit "kleinem Geld und
      großer Kennerschaft". Dabei kannte er keine Scheu vor unterschiedlichsten
      Stilrichtungen. Volkskunst aus Peru oder Japan, China oder Indonesien waren
      ihm genauso lieb wie rheinische, sakrale Kunst aus dem 14. oder 16. Jh. oder
      Ölgemälde aus dem 19. Jh. Hier darf gestaunt und auch geschmunzelt werden.
      Nicht oft sieht man Kopfstützen, um das Ohr des Schlafenden vor Insekten zu
      schützen. In der Vitrine nebenan kann man eine Kleinplastik Ewald Matarés
      betrachten. Neben der Panoramagalerie ist in einem gesonderten Raum die
      Grafik ausgestellt. Mit der zweiten Schenkung an das Haus durch Rolf Jägers
      wurde die Grafische Sammlung bereichert. Das Selbstbildnis Otto Pankoks an
      der Ateliertür weist den Weg. Bekannte Namen wie Otto Dix, Hans Arp, Max
      Beckmann, Joan Miró, Picasso, Edouard Manet oder Edgar Degas machen auf
      diesen Teil der Sammlung neugierig. Die Sammlung O. ist Teil der Collection-
      Tour der RuhrKunstMuseen.

      Für November 2010 ist ein Katalog über den gesamten Kunstbesitz der Stadt
      Oberhausen geplant.

      Laufzeit: 27.Juni 2010 bis 10.Januar 2011

      www.ludwiggalerie.de