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Regelmäßig stellt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen besondere Einzel- stücke aus der reichhaltigen Sammlung Ludwig in einer Kabinettausstellung in den Mittelpunkt. Dieses Mal geht es um ein Thema, welches viele Menschen heute gerne verdrängen, den eigenen Tod. Dabei ist das aus kunstvoll aus Elfenbein geschnitzte "Tödlein" ein ganz besonders interessantes Werk. Er- gänzt wird die Ausstellung "Vanitas Vanitatum" durch den Baseler Totentanz und historische Grafiken und Bücher zum Thema. Wir müssen alle einmal von dieser Welt abtreten. Im Mittelalter beschäftigte man sich damit schon rechtzeitig zu Lebzeiten und sammelte diverse Darstel- lungen des Todes. Das 42 cm lange "Tödlein", entstanden 1520 der West- schweiz, ist dabei besonders interessant gearbeitet. Es ist ein Transi, also kein Skelett. Im Körper sieht man Würmer, Kröten, Molche und anderes Höllengetier die Arbeit verrichten. Selbst wenn man den Deckel schließt kann man seitlich hinein schauen. Sogar der Unterkiefer lässt sich bewegen. Es verdeutlichte den Menschen, dass alle einmal so enden werden, was auch den Titel der Ausstel- lung erklärt. Vanitas bedeutet wörtlich so viel wie Eitelkeit. Im Mittelalter wurde es eher als Vergänglichkeit übersetzt. Sehenswert ist auch der "Baseler Totentanz", bestehend aus 42 bunt bemalten Figuren aus Ton. Jede Einzelfigur zeigt auf eine oft humoristische Art den Tod, wie er sich gerade wieder ein Opfer holt. Keiner ist vor ihm sicher, ob der Narr, die Edeldame, die im Spiegel plötzlich Gevatter Tod erblickt, der Geistliche oder der Maler. Die Figuren sind 12 bis 13 cm groß und wurden von Anton Sohn erschaffen. Vorbild war eine reich bemalte Friedhofsmauer in seinem Dorf, die abgerissen wurde. Es war die Zeit nach 1822/23, als man sich nicht mehr hoch- geistige Gedanken zum Tod machen wollte. Die kuriosen und mahnenden Figuren wurden gerne gesammelt und in privaten Zirkeln gezeigt, der Krimi des Mittelalters. Es gibt nur noch vier komplett erhaltene Sätze eines Totentanzes in Deutschland. Umrahmt wird die Ausstellung von mittelalterlichen Grafiken und Buchdarstel- lungen. Der Tod regte die Phantasie der Menschen an. Dargestellt werden Beinhäuser, die die Auferstehung ermöglichen sollten, der Tod als Sieger oder die Büste einer jungen Frau, deren Schönheit auch vergehen wird. Pfeil und Bogen stehen für den Todesmoment und weisen auf die Pest hin. Die Ausstellung konnte durch die Kooperation mit dem Museum Schnütgen Köln, dem Suermondt-Ludwig-Museum Aachen und der Grafischen Sammlung Mensch und Tod an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf realisiert werden. Zur Ausstellung "Vanitas Vanitatum! Das Tödlein aus der Sammlung Ludwig - Totendarstellungen aus der Frühen Neuzeit" ist im Kerberverlag das gleich- namige Buch erschienen, herausgegeben von Christine Vogt, der Leiterin der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Laufzeit: 5. Februar bis 6. Mai 2012 www.ludwiggalerie.de |
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